Wärmeversorgung Böckten

Wärmeversorgung Böckten

Realisierung eines neuen Wärmeverbundes mit zwei (Grundlast und Spitzenlast) Einspeisepunkten

Wärmeversorgung Böckten: Realisierung eines neuen Wärmeverbundes mit zwei (Grundlast und Spitzenlast) Einspeisepunkten

Im Auftrag der Gemeinde konnten wir als Firma im Auftrag der Gemeinde Böckten als Generalplaner den kompletten Bau des neuen Fernwärmeverbundes betreuen. Die Planung beinhaltete folgende Schwerpunkte:

  • Planung der beiden Heizzentralen Grund- und Spitzenlast inkl. MSR-System, Rückbau der bestehenden Zentralen und bauliche Anpassungen
  • Planung der kompletten Fernwärmeleitung und Auslegung der Fernwärmeunterstationen

Im Sommer 2019 startete die Realisierung des Fernwärmeverbundes Böckten. Im ersten Schritt wurde die bestehende Holzkesselzentrale im Schulweg 10 (neu Grundlastzentrale) und die bestehende Ölzentrale in der Turnhalle (neu Spitzenlastzentrale) zurückgebaut.

Nach den Vorbereitungs- und Abbruchsarbeiten wurde der Holzkessel installiert. Die Einbringung erfolgte über das bestehende Schnitzelsilo und eine 2 x 2m grosse Öffnung, welche vorgängig in die Betonwand geschnitten werden musste. Der bestehende Schubboden inkl. Austragungsschnecke kann weiterverwendet werden. Zusätzlich zum Holzkessel wurde ein Elektrofilter eingebaut, um die gesetzlichen Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung einzuhalten. Die Abgasanlage wurde komplett erneuert. Um einen sauberen Betrieb zu ermöglichen, wurden 3 x 2 m3 Wärmespeicher installiert. Das ermöglicht einen sauberen Betrieb und erfüllt die Anforderungen der QM-Holz.

In der Turnhalle installierte man einen neuen Ölkessel zur Spitzenlastdeckung und als Redundanz im Falle einer Störung des Holzkessels. Wie in der Holzzentrale konnte man dort auf die bestehende Brennstofflagerung zurückgreifen. Aufgrund der grösseren Kesselleistung zum vorherigen Ölkessel musste das Kamin erneuert werden.

Durch zwei unterschiedliche Standorte der Grund- und Spitzenlastzentrale wird die Wärme von zwei Punkten in das Netz eingespiesen. Über ein übergeordnetes MSR-System werden die Kessel und Fernleitungspumpen so geregelt, dass sie sich gegenseitig nicht negativ beeinflussen. Ebenfalls ist die komplette Anlage visualisiert und Parameterveränderungen sind mittels Teamviewer von extern möglich.

Der Wärmetransport zu den Bezügern erfolgt über drei Fernwärmestränge, welche in der Holzkesselzentrale verteilt werden. Einer dieser Stränge verbindet auch die beiden Heizzentralen miteinander, so dass im Falle einer Störung des Holzkessels der komplette Wärmebedarf von der Ölzentrale gedeckt werden kann. Als Fernwärmerohr wurde ein flexibles Kunststoffmantelrohr (Ausführung Duo) mit Kunststoff-Mediumrohr verbaut. Das ermöglichte eine möglichst geringe Grabenbreite und somit geringe Tiefbaukosten.

Die Wärmebezüger wurden mit einer kompakten Fernwärmeunterstation ausgestattet. So ist die Schnittstelle klar geregelt und der Fernwärmeverbund ist physisch sauber getrennt zu den Wärmebezügern.

Obwohl die beiden grössten Bezüger des Verbundes bereits mit Holz geheizt haben, konnten einige Ölheizungen durch den Anschluss an der Wärmeverbund ökologisch aufgewertet werden. Zusätzlich haben die Wärmebezüger neu keinen Aufwand mehr und können in Ruhe die Wärme geniessen.

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