Kühl wie Eis! Leitungsersatz unter Betrieb

Die Wärmeverbund Riehen AG betreibt mit der „erdwärme riehen“ mit rund 35 km Leitungslänge das grösste Geothermie- Fernwärmenetz in der Schweiz. Mittels Tiefengeothermie als Hauptenergieträger werden rund 5‘300 Personen mit jährlich ca. 45 GWh Wärme versorgt.

Kühl wie Eis! Leitungsersatz unter Betrieb

Für die „erdwärme riehen“ durften wir die Demontage eines bestehenden Fernwärme-Hausanschlusses planen. Wir entschieden uns, das ganze T-Stück zu demontieren, da der Abgang nach oben führte und so ein Lufteinschluss mit entsprechender Korrosionsgefahr entstanden wäre.

Die Aufgabe war, die ganze Demontage unter laufendem Betrieb und ohne Beeinträchtigung der Wärmeversorgung der anderen Kunden durchzuführen. Wir wählten das Verfahren des Rohrfrostens mit flüssigem Stickstoff für die Versorgungsleitung DN 125. Mit diesem Verfahren wird die Leitung unter vollen Druck- und Temperaturverhältnissen eingefroren. Wichtig ist, dass in den Leitungen keine Zirkulation herrscht.

Für den Netzbetreiber bietet dieses Verfahren folgende Vorteile. Es ist keine Netzentleerung notwendig, was keinen Unterbruch der Wärmelieferung und keinen Energieverlust zur Folge hat. Der Aufwand von Betriebsseite ist wesentlich geringer, es werden also Betriebskosten gespart.

Im Bild sieht man den bereits demontierten Abgang des Rücklaufs. Der wegen der höheren Temperatur länger dauernde Frostprozess des Vorlaufs ist noch im Gange, während die Schweissarbeiten an der Rücklauf-Leitung DN 125 bereits erfolgen können. Leitungen in dieser Dimension zu frieren, benötigt eine Coolness in jeglichem Sinn!

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